European Crop Protection Association: Unterschied zwischen den Versionen

E. Martin (Diskussion | Beiträge)
Hendrik Lenk (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 10: Zeile 10:
| Homepage        = [http://www.ecpa.eu www.ecpa.eu]
| Homepage        = [http://www.ecpa.eu www.ecpa.eu]
}}
}}
Die '''European Crop Protection Association''' (ECPA) ist der europäische Verband der agrochemischen Industrie (Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung, Biotechnologie).




== Kurzdarstellung und Geschichte==
== Kurzdarstellung und Geschichte==
Die '''European Crop Protection Association''' (ECPA) ist der europäische Verband der agrochemischen Industrie (Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung, Biotechnologie). Ihr Tätigkeitsschwerpunkt besteht darin, die europäische Gesetzgebung und Verwaltungspraxis über Kontakte zur EU-Kommission und zu EU-Parlamentariern im Interesse ihrer Mitglieder auszugestalten. Laut Eintrag im Transparenz-Register der EU beschäftigt die ECPA 13 Lobbyisten, von denen zwei für den Zugang zu Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments akkreditiert sind.<ref>[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0711626572-26&isListLobbyistView=true Profil im Transparenz-Register], Webseite abgerufen am 18. 8. 2014</ref>
Ihr Tätigkeitsschwerpunkt besteht darin, die europäische Gesetzgebung und Verwaltungspraxis über Kontakte zur EU-Kommission und zu EU-Parlamentariern im Interesse ihrer Mitglieder auszugestalten. Laut Eintrag im Transparenz-Register der EU beschäftigt die ECPA 13 Lobbyisten, von denen 2 für den Zugang zu Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments akkreditiert sind.<ref>[http://ec.europa.eu/transparencyregister/public/consultation/displaylobbyist.do?id=0711626572-26&isListLobbyistView=true Profil im Transparenz-Register], Webseite abgerufen am 18.08.2014</ref>


== Organisationsstruktur und Personal==
== Organisationsstruktur und Personal==
Zeile 25: Zeile 26:
*Jess O'Flynn (Governmental Affairs Manager), für Zugang zu den Räumlichkeiten des EU-Parlaments akkreditiert
*Jess O'Flynn (Governmental Affairs Manager), für Zugang zu den Räumlichkeiten des EU-Parlaments akkreditiert
*Doris Schernhammer (Trade & CEE Affairs Manager)
*Doris Schernhammer (Trade & CEE Affairs Manager)
===Mitglieder===
===Mitglieder===
Zu den Mitgliedern gehören alle europäischen Großunternehmen und alle nationalen Verbände, die im Bereich der Agrochemie tätig sind.
Zu den Mitgliedern gehören alle europäischen Großunternehmen und alle nationalen Verbände, die im Bereich der Agrochemie tätig sind.


"Corporate Member Companies" sind: [[BASF]], [[Bayer]] CropScience, Dow AgroSciences, DuPont, Adama, [[Monsanto]] Europe und [[Syngenta]]
"Corporate Member Companies" sind: [[BASF]], [[Bayer]] [[CropScience]], Dow AgroSciences, DuPont, Adama, [[Monsanto]] Europe und [[Syngenta]]


"Associate & SME Member Companies" sind [http://www.ecpa.eu/page/our-network hier] abrufbar.
"Associate & SME Member Companies" sind [http://www.ecpa.eu/page/our-network hier] abrufbar.
Zeile 34: Zeile 36:
Verbände der EU-Mitgliedsstaaten
Verbände der EU-Mitgliedsstaaten


Mitglied ist u. a. der deutsche Industrieverband [[Agrar]] e.V.
Mitglied ist u. a. der deutsche [[Industrieverband Agrar]] e.V.
 


===Verbindungen===
===Verbindungen===
Zeile 46: Zeile 49:


== Finanzen==
== Finanzen==
Geschätzte Kosten der direkten Lobbyarbeit bei den EU-Organen von 1/2013 - 10/2013 lt. EU Transparenz-Register: 100 Tsd. - 150 Tsd. Euro
Geschätzte Kosten der direkten Lobbyarbeit bei den EU-Organen von 01/2013 - 10/2013 lt. EU Transparenz-Register: 100.000 - 150.000 Euro


== Lobbystrategien und Einfluss==
== Lobbystrategien und Einfluss==
Zeile 52: Zeile 55:


== Fallstudien und Kritik ==
== Fallstudien und Kritik ==
===Kampagne gegen ein Teilverbot von Bienenkiller-Pestiziden===
===2012: Kampagne gegen ein Teilverbot von Bienenkiller-Pestiziden===
Neonicotinoide sind nach Auffassung von Greenpeace wahre Bienenkiller, die das zentrale Nervensystem der Tiere schädigen .<ref>[https://www.greenpeace.de/kampagnen/bienen Kampagne "Pestizide töten Bienen Die Bienen brauchen unsere Hilfe], Webseite Greenpeace, abgerufen am 18. 8. 2014</ref> Sie können zu einer chronischen Vergiftung führen und haben oft  tödliche Folgen für einzelne Individuen oder gar ganze Bienenvölker. Nachdem Anfang 2012 mehrere unabhängige Studien die Gefahr von Neonicotinoiden für Bienen belegt und mehrere EU-Regierungen entsprechende Schutzmaßnahmen gefordert hatten, beauftragte die EU-Kommission die [[European Food Safety Authority]] (EFSA), zu diesem Thema Stellung zu nehmen.<ref>[http://corporateeurope.org/agribusiness/2013/04/pesticides-against-pollinators Recherche von CORPORATE EUROPE OBSERVATORY "Pesticides against pollinators", 11. April 2013, Corporate Europe Observatory], Webseite corporateeurope, abgerufen am 18. 8. 2014</ref> Auf das von der EFS empfohlene Teilverbot für Neonicotinoide reagierte die Pestizid-Industrie mit einer Kampagne unter Federführung der Hersteller [[Bayer]] und [[Syngenta]] sowie der EPCA (Mitglieder: Bayer und Syngenta), in der die Aussagekraft der unabhängigen Studien in Frage gestellt und unrealistisch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft beschworen wurden. Die Mittel, mit denen auf die EU-Kommission Druck aufgebaut wurde, werden in der zitierten Recherche von CORPORATE EUROPE OBSERVATORY detailliert beschrieben. Die Kampagne wurde mit angeblich unabhängigen Studien wirtschaftsnaher Institute unterfüttert. Die ECPA behauptete in einer Stellungnahme, die vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen könnten zu  Ertragseinbußen von bis zu 10% bei Raps und Getreide, von 30 % bei Zuckerrüben und 50 % bei Mais führen.<ref>[http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_from_the_european_crop_protection_association_to_commissioner_john_dalli_13th_june_2012.pdf Shreiben an Kommissar Dalli vom 13. Juni 2012, Webseite corporateeurope]</ref> Im Mai 2013 hat die EU-Kommission nach Angaben von Greenpeace die drei schlimmsten bienenschädlichen Neonicotinoide in allen 27 Mitgliedstaaten teilweise verboten – allerdings nur vorübergehend.
Anfang 2012 hatten mehrere unabhängige Studien die Gefahr der Insektengifte der Neonicotinoiden für Bienen belegt.
Neonicotinoide schädigen das zentrale Nervensystem der Tiere und haben oft tödliche Folgen für ganze Bienenvölker.
<ref>[https://www.greenpeace.de/kampagnen/bienen Kampagne "Pestizide töten Bienen Die Bienen brauchen unsere Hilfe], Webseite Greenpeace, abgerufen am 18.08.2014</ref> <br />
Mehrere EU-Regierungen hatten daraufhin entsprechende Schutzmaßnahmen gefordert. Die [[EU-Kommission]] beauftragte die [[European Food Safety Authority]] (EFSA), zu diesem Thema Stellung zu nehmen.<ref>[http://corporateeurope.org/agribusiness/2013/04/pesticides-against-pollinators Recherche von CORPORATE EUROPE OBSERVATORY "Pesticides against pollinators", 11. April 2013, Corporate Europe Observatory], Webseite CEO, abgerufen am 18.08.2014</ref> Die EFSA empfahl ein Teilverbot für Neonicotinoide.<br />
Darauf reagierte die Pestizid-Industrie mit einer Kampagne unter Federführung der Hersteller [[Bayer]] und [[Syngenta]] sowie der ECPA, in der die Aussagekraft der unabhängigen Studien in Frage gestellt und unrealistisch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft beschworen wurden. Die Kampagne wurde mit angeblich unabhängigen Studien wirtschaftsnaher Institute unterfüttert. Die ECPA behauptete in einer Stellungnahme, die vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen könnten zu  Ertragseinbußen von bis zu 10% bei Raps und Getreide, von 30 % bei Zuckerrüben und 50 % bei Mais führen.<ref>[http://corporateeurope.org/sites/default/files/letter_from_the_european_crop_protection_association_to_commissioner_john_dalli_13th_june_2012.pdf Schreiben an Kommissar Dalli vom 13. Juni 2012, Webseite CEO]</ref><br />
Im Mai 2013 hat die EU-Kommission nach Angaben von Greenpeace die 3 schlimmsten bienenschädlichen Neonicotinoide in allen 27 Mitgliedstaaten teilweise verboten – allerdings nur vorübergehend.


===EU-Kommission fordert ECPA zu positiver Stellungnahme zum Freihandelsabommen [[Transatlantic Trade and Investment Partnership]] (TTIP) auf===
===2012: EU-Kommission fordert ECPA zu positiver Stellungnahme zum Freihandelsabommen [[Transatlantic Trade and Investment Partnership]] (TTIP) auf===
Die für die Verhandlungen zuständige Generaldirektion Handel der EU-Kommission hat die ECPA mit e-mail vom 26. Oktober 2012 aufgefordert, die positiven Auswirkungen des TTIP - möglichst gemeinsam mit ihrem US-Partnerverband [[CropLife America]] - darzulegen: "''I would thus encourage you to share with us your innovative ideas as to the possible improvements that could be made in the context of a trade agreement''".<ref>[http://corporateeurope.org/sites/default/files/email-to-ecpa.pdf e-mail von Geraldine Emberger an Friedhelm Schmider, veröffentlicht auf der Webseite von CORPORATE EUROPE OBSERVATORY], Webseite abgerufen am 19. 8. 2014</ref> Wenige Wochen später reichte EPCA gemeinsam mit [[CropLife America]] die erbetene Stellungnahme ein.<ref>[http://ec.europa.eu/enterprise/policies/international/cooperating-governments/usa/jobs-growth/files/consultation/regulation/ecpa-cla-comments_en.pdf Schreiben von CropLife und ECP vom 13. November 2012,  veröffentlicht auf der Webseite von CORPORATE EUROPE OBSERVATORY], Webseite abgerufen am 19. 8. 2014</ref>
Die für die Verhandlungen zuständige Generaldirektion Handel der [[EU-Kommission]] hat die ECPA mit E-mail vom 26. Oktober 2012 aufgefordert, die positiven Auswirkungen des TTIP - möglichst gemeinsam mit ihrem US-Partnerverband [[CropLife America]] - darzulegen: "''I would thus encourage you to share with us your innovative ideas as to the possible improvements that could be made in the context of a trade agreement''".<ref>[http://corporateeurope.org/sites/default/files/email-to-ecpa.pdf E-mail von Geraldine Emberger an Friedhelm Schmider, veröffentlicht auf der Webseite von CEO], Webseite abgerufen am 19. 8. 2014</ref> Wenige Wochen später reichte EPCA gemeinsam mit [[CropLife America]] die erbetene Stellungnahme ein.<ref>[http://ec.europa.eu/enterprise/policies/international/cooperating-governments/usa/jobs-growth/files/consultation/regulation/ecpa-cla-comments_en.pdf Schreiben von CropLife und ECP vom 13. November 2012,  veröffentlicht auf der Webseite von CORPORATE EUROPE OBSERVATORY], Webseite abgerufen am 19. 8. 2014</ref>


== Weiterführende Informationen ==
== Weiterführende Informationen ==
Zeile 67: Zeile 75:
<references/>
<references/>


[[Kategorie:Organisation]]
[[Kategorie:Wirtschaftsverband]]
<!-- Die Kategorie bitte entfernen, wenn der Artikel als Entwurf bearbeitet wird. Die Kategorie wieder hinzufügen, wenn der Artikel veröffentlicht wird. -->
[[Kategorie:Gentechnik]]
[[Kategorie:EU]]

Version vom 20. August 2014, 07:28 Uhr

European Crop Protection Association (ECPA)
[[Bild:<datei>|center]]
Rechtsform
Tätigkeitsbereich Förderung der europäischen agrochemischen Industrie
Gründungsdatum
Hauptsitz Avenue E. Van Nieuwenhuyse B-1160 Brussels Belgium
Lobbybüro
Lobbybüro EU Avenue E. Van Nieuwenhuyse B-1160 Brussels Belgium
Webadresse www.ecpa.eu

Die European Crop Protection Association (ECPA) ist der europäische Verband der agrochemischen Industrie (Pflanzenschutz, Schädlingsbekämpfung, Biotechnologie).


Kurzdarstellung und Geschichte

Ihr Tätigkeitsschwerpunkt besteht darin, die europäische Gesetzgebung und Verwaltungspraxis über Kontakte zur EU-Kommission und zu EU-Parlamentariern im Interesse ihrer Mitglieder auszugestalten. Laut Eintrag im Transparenz-Register der EU beschäftigt die ECPA 13 Lobbyisten, von denen 2 für den Zugang zu Räumlichkeiten des Europäischen Parlaments akkreditiert sind.[1]

Organisationsstruktur und Personal

Team

Die Mitglieder des Teams sind hier abrufbar. Zu ihnen gehören u.a.:

  • JEAN-PHILIPPE AZOULAY (Präsident)
  • JEAN-CHARLES BOCQUET (Generaldirektor), für Zugang zu den Räumlichkeiten des EU-Parlaments akkreditiert
  • AURELIE DHAUSSY (Regulatory Affairs Manager)
  • EUROS JONES (Director Regulatory Affairs)
  • Angel Martin (Governmental Affairs Senior Manager)
  • Jess O'Flynn (Governmental Affairs Manager), für Zugang zu den Räumlichkeiten des EU-Parlaments akkreditiert
  • Doris Schernhammer (Trade & CEE Affairs Manager)

Mitglieder

Zu den Mitgliedern gehören alle europäischen Großunternehmen und alle nationalen Verbände, die im Bereich der Agrochemie tätig sind.

"Corporate Member Companies" sind: BASF, Bayer CropScience, Dow AgroSciences, DuPont, Adama, Monsanto Europe und Syngenta

"Associate & SME Member Companies" sind hier abrufbar.

Verbände der EU-Mitgliedsstaaten

Mitglied ist u. a. der deutsche Industrieverband Agrar e.V.


Verbindungen

Die ECPA ist Mitglied in den folgenden Organisationen:

Finanzen

Geschätzte Kosten der direkten Lobbyarbeit bei den EU-Organen von 01/2013 - 10/2013 lt. EU Transparenz-Register: 100.000 - 150.000 Euro

Lobbystrategien und Einfluss

Ziele, Interessen, Ausrichtung (national vs. europ/internat.), Politkfelder; erkennbare Konstanten, Einflussstrategien; Abschätzung des Einflusses; Wichtigkeit des Akteurs

Fallstudien und Kritik

2012: Kampagne gegen ein Teilverbot von Bienenkiller-Pestiziden

Anfang 2012 hatten mehrere unabhängige Studien die Gefahr der Insektengifte der Neonicotinoiden für Bienen belegt. Neonicotinoide schädigen das zentrale Nervensystem der Tiere und haben oft tödliche Folgen für ganze Bienenvölker. [2]
Mehrere EU-Regierungen hatten daraufhin entsprechende Schutzmaßnahmen gefordert. Die EU-Kommission beauftragte die European Food Safety Authority (EFSA), zu diesem Thema Stellung zu nehmen.[3] Die EFSA empfahl ein Teilverbot für Neonicotinoide.
Darauf reagierte die Pestizid-Industrie mit einer Kampagne unter Federführung der Hersteller Bayer und Syngenta sowie der ECPA, in der die Aussagekraft der unabhängigen Studien in Frage gestellt und unrealistisch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft beschworen wurden. Die Kampagne wurde mit angeblich unabhängigen Studien wirtschaftsnaher Institute unterfüttert. Die ECPA behauptete in einer Stellungnahme, die vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen könnten zu Ertragseinbußen von bis zu 10% bei Raps und Getreide, von 30 % bei Zuckerrüben und 50 % bei Mais führen.[4]
Im Mai 2013 hat die EU-Kommission nach Angaben von Greenpeace die 3 schlimmsten bienenschädlichen Neonicotinoide in allen 27 Mitgliedstaaten teilweise verboten – allerdings nur vorübergehend.

2012: EU-Kommission fordert ECPA zu positiver Stellungnahme zum Freihandelsabommen Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) auf

Die für die Verhandlungen zuständige Generaldirektion Handel der EU-Kommission hat die ECPA mit E-mail vom 26. Oktober 2012 aufgefordert, die positiven Auswirkungen des TTIP - möglichst gemeinsam mit ihrem US-Partnerverband CropLife America - darzulegen: "I would thus encourage you to share with us your innovative ideas as to the possible improvements that could be made in the context of a trade agreement".[5] Wenige Wochen später reichte EPCA gemeinsam mit CropLife America die erbetene Stellungnahme ein.[6]

Weiterführende Informationen

  • …


Aktuelle Informationen aus der Welt des Lobbyismus

Vernetzenhttps://www.lobbycontrol.de/newsletter-lobbypedia/https://bsky.app/profile/lobbycontrol.bsky.socialhttps://www.facebook.com/lobbycontrolhttps://www.instagram.com/lobbycontrol

Einzelnachweise