<blockquote>„Wenn sie duftende Rosen haben wollen, müssen sie im Herbst stinkende Jauche drauf kippen. Und das komische ist: Je stärker das stinkt, um so schöner duftet das hinterher.“ <ref name="erste1" /></blockquote> Carsten Maschmeyer bei einem Showauftritt als Finanz-Zampano.
<blockquote>„Wenn sie duftende Rosen haben wollen, müssen sie im Herbst stinkende Jauche drauf kippen. Und das komische ist: Je stärker das stinkt, um so schöner duftet das hinterher.“ <ref name="erste1" /></blockquote> Carsten Maschmeyer bei einem Showauftritt als Finanz-Zampano.
<blockquote>„Es ist so, als ob wir auf einer Ölquelle sitzen. Sie ist angebohrt, sie ist riesig, und sie wird sprudeln."<blockquote> Carsten Maschmeyer über die Reform der Riester-Rente
Carsten Maschmeyer (* 8. Mai 1959 in Bremen) deutscher Finanz- und Versicherungsunternehmer, Finanzlobbyist.
Maschmeyer war herausragende Figur des Finanz-Dienstleisters AWD, der im Verdacht steht tausende Kleinanleger um ihr Erspartes gebracht zu haben, indem er ihnen u.a. Schrottimmobilien und extrem riskante geschlossene Fonds andrehte. Neben den Anlagestrategien gerieten auch die Verkaufspraktiken von AWD und seinen rund 1000 Mitarbeitern in die Kritik als "Drückerkolonnen".[1]
Später verkaufte er AWD an den Schweizer Renten- und Versicherungskonzern Swisslife, an der er fortan selbst Anteile hielt[2], und gründete er mit dem Renten-Erfinder und ehemaligen "Wirtschaftsweisen" Bert Rürup die MaschmeyerRürup AG.
Sein Vermögen wurde Ende 2010 auf 650 Millionen Euro geschätzt.[3]
Maschmeyer, Gerhard Schröder und die Riester-Rente
Laut ARD-Exklusiv unterstützte Maschmeyer den niedersächsischen Wahlkampf des damaligen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder im Jahr 1998 mit einer kostspieligen Wahlkampfaktion, einer Anzeigenkampagne für ca. 650.000 DM. Schröder siegte so triumphal, dass er anstelle von Oskar Lafontaine zum Kanzlerkandidaten der SPD ausgerufen wurde.
Nach Informationen des ARD-Magazins Panorama von April 2011 unterstützte Maschmeyer Gerhard Schröder auch im folgenden Bundestagswahlkampf. Angeblich soll er über einen Strohmann, anonym, eine 150.000 Mark teure Anzeige der Wahlinitiative „Handwerk und Mittelstand für Gerhard Schröder“, in F.A.Z., Welt und Welt am Sonntag, finanziert haben [6]. Maschmeyer bestreitet die Spende [7]. Bettina Raddaz, führende Beamtin in der Niedersächsischen Staatskanzlei, hingegen bestätigt die Aktion gegenüber Panorama und gibt an, sie über ihr Büro abgewickelt zu haben. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank Walter Steinmeier, damals Chef der Staatskanzlei, soll laut Panorama über die anonyme Spende informiert gewesen sein [8]. Dem Parteiengesetz nach müssen Großspenden über 50.000 € beim Bundestagspräsidenten gemeldet werden.
Später zahlte Maschmeyer ca. eine Million Euro für die Buchrechte an Schröders Memoiren[9].
In Ära Schröder wurde unter Arbeitsminister Walter Riester und Bert Rürup die deutsche Rentenvorsorgung zum Teil privatisiert und staatlich gefördert (Riester-Rente), was der Finanzlobby einen Milliarden schweren neuen Markt eröffnete.[10]
Der ehemalige Minister Walter Riester ging für Finanzunternehmen wie AWD, die Volksbank regelrecht auf Tour. Für das Jahr 2008 weist das Bundestagshandbuch 20 Auftritte des Namensgebers der Riester-Rente auf, die jeweils mit 7.000 Euro dotiert gewesen sein sollen. AWD ließ Riester auf einer Roadshow durch die Republik tingeln, wo er vor hunderten von AWD-Verkäufern sprach und sich mit ihnen ablichten ließ. Diese Fotos wurden bei Verkaufsgesprächen als Vertrauen stiftende Maßnahme eingesetzt. [1]
Maschmeyer und Christian Wulff
Der spätere deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat sich im Sommerurlaub Juli 2010 in einer Maschmeyer Villa auf Mallorca eingemietet. Die Süddeutsche Zeitung kritisiert diesen Vorgang wie folgt: "[...]Ein Bundespräsident aber muss sich aus der Politik in diesem Sinne verabschieden; er definiert sich über Begriffe wie Respekt, Vorbild, Autorität. Der Präsident hat jeden Anschein zu vermeiden, er sei in irgendeiner Form irgendjemandem speziell dienlich - und selbst wenn es nur um einen Freundesdienst geht. Das hat Wulff in Maschmeyers Villa nicht bedacht."[11]
Im Dezember 2011 wurde bekannt, dass Maschmeyer im Herbst 2007, während des Landtagswahlkampfs in Niedersachsen, eine Anzeigen-Kampagne im Wert von über 42 000 € für das Buch von Wulff „Besser die Wahrheit“ bezahlt hat.[12]
Wirken
Als beeindruckendstes Lobby-Instrument des Carsten Maschmeyer werden im ARD-Exklusiv-Beitrag von 2011 seine Parties genannt. Dort seien stets außergewöhnliche Dinge geschehen und Prominenz aus Politik, Pop-Musik, Film und Fernesehen aufeinander getroffen.[1]
Bert Rürup erklärt seine geschäftliche Partnerschaft mit Maschmeyer gegenüber dem Manager-Magazin wie folgt:
"Carsten Maschmeyer hat eine sehr hohe emotionale Intelligenz, und er kann Märkte riechen. Ich bin mehr der kühle, strukturiert denkende Analytiker und weniger ein Bauchmensch. Wenn Sie sich die Visitenkarte ansehen, kommt dieser Unterschied im Schriftbild zum Ausdruck. Der Name Maschmeyer ist in einer Serifenschrift gesetzt und der Name Rürup in einer sehr technischen Type."[13]
Die MaschmeyerRürup AG will vor allem beratend tätig sein und arbeitet nach Presseberichten daran, privatisierte Renten-Konzepte wie die Riester-Renter oder die Rürup-Rente in Ländern wie Tschechien, China oder der Türkei durchzusetzen. Rürup obliegen demnach konzeptionelle Aufgaben, während Maschmeyers Stärken in der Außendarstellung, Kontaktpflege, dem Vertrieb und der Motivation von Beratern und Verkäufern liegen. [13]
MaschmeyerRürup und die Familienpflegezeit
Das Familienministerium unter Kristina Schröder (CDU) hat zur Vorbereitung des umstrittenen Pflegezeit-Gesetzes eine Studie und zwei Umfragen in Auftrag gegeben. Für eine Machbarkeitsstudie der MaschmeyerRürup AG zu Zeitwertkontenmodellen wurden mehr als 56.000 € ausgegeben. Das bestätigte eine Sprecherin des Familienministeriums.[14]
MaschmeyerRürup holte dabei die Nürnberger Versicherungsgruppe mit ins Boot, so dass die profitierende Branche mal wieder an der Gesetzesentwicklung direkt beteiligt war.[15]
Zitate über Carsten Maschmeyer
„Das GELD-GENIE. Europas erfolgreichster junger Unternehmer erzählt“ [1]
Schlagzeile der BILD-Hannover.
„Ich mag den Mann. Er hat gesagt: Egal was heute reinkommt - ich lege 10 Prozent drauf!“
[1]
TV-Moderator Thomas Gottschalk über Carsten Maschmeyer in der Spendengala "Ein Herz für Kinder" am 18. Dezember 2010.
Zitate von Carsten Maschmeyer
„Entweder sie verdienen ihr Geld mühsam allein, oder sie lassen andere für sich arbeiten.“
„Wenn sie duftende Rosen haben wollen, müssen sie im Herbst stinkende Jauche drauf kippen. Und das komische ist: Je stärker das stinkt, um so schöner duftet das hinterher.“ [1]
Carsten Maschmeyer bei einem Showauftritt als Finanz-Zampano.
„Es ist so, als ob wir auf einer Ölquelle sitzen. Sie ist angebohrt, sie ist riesig, und sie wird sprudeln."
Carsten Maschmeyer über die Reform der Riester-Rente
↑Carsten Maschmeyer - Schein und Sein DIE ZEIT vom 4. November 2010 Nr. 45 und in ZEIT-Online von Anne Marohn vom 9. November 2010, abgerufen am 27. Januar 2011